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Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand

Neue Daten des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit zum Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland

Köln/Berlin, 3. September 2026. Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene trinken Alkohol und das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol ist gestiegen – das zeigen die Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit heute veröffentlicht. Besonders auffällig: Im Vergleich zur vorherigen Befragung in 2023 konsumierten weniger junge Frauen Alkohol, auch beim Rauschtrinken gab es bei ihnen einen signifikanten Rückgang. Bei Jugendlichen und jungen Männern blieb das Rauschtrinken aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Ausgewählte Daten der Drogenaffinitätsstudie

Immer weniger 12- bis 17-Jährige probieren Alkohol aus: 

  • Im Jahr 2025 hatten 60,7 Prozent der männlichen und 57,0 Prozent der weiblichen Jugendlichen zumindest einmal im Leben Alkohol getrunken. Das sind rund ein Drittel weniger als 2001 (männlich: 88,3 %; weiblich: 85,5 %). 

Weniger 12- bis 17-jährige Jugendliche und weniger junge Erwachsene im Alter von 18 bis 25 Jahren konsumieren aktuell Alkohol. Die Anteile derer, die innerhalb der letzten 30-Tage Alkohol konsumiert haben, ist zurückgegangen: 

  • Bei den 12- bis 17-Jährigen sanken die Werte der 30-Tage-Prävalenz von 58,4 Prozent in 2004 auf 32,9 Prozent in 2025.
  • Bei 18- bis 25-Jährigen verringerten sich die Werte von 84,4 Prozent in 2004 auf 69,3 Prozent in 2025. 

Rauschtrinken, also der Konsum größerer Mengen Alkohol bei einer Gelegenheit, geht nur bei jungen Frauen zurück:

  • Rauschtrinken wurde 2025 von knapp 15 Prozent der Jugendlichen in den letzten 30 Tagen vor der Erhebung praktiziert (männliche Jugendliche: 14,8 %, weibliche Jugendliche: 14,7 %). Damit war Rauschtrinken ähnlich weit verbreitet wie vor der Corona-Pandemie. 
  • Auch bei den jungen Männern veränderte sich das Rauschtrinken (2025: 45,8 %) im zeitlichen Verlauf nur wenig. Bei den jungen Frauen kam es zwischen 2023 und 2025 jedoch zu einem statistisch signifikanten Rückgang auf 26,1 Prozent. Zuvor lagen die Werte – mit Ausnahme der Corona-Pandemie – immer bei 30 Prozent oder mehr.

Rauschtrinken ist für junge Menschen besonders riskant, weil sich Gehirn und Körper noch entwickeln. Alkohol kann diese Prozesse stören und erhöht zugleich das Risiko für Unfälle, Verletzungen und riskantes Verhalten. Denn das Gehirn ist mit 18 noch nicht ausgereift: Bis mindestens Anfang 20 finden wichtige Entwicklungsprozesse statt, die Alkohol beeinträchtigen kann.

Wöchentlicher Alkoholkonsum geht in allen Gruppen weiter zurück:

  • Positiv haben sich die Anteile der Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt, die in den letzten zwölf Monaten wöchentlich Alkohol konsumiert haben. Die Anteile haben sich deutlich reduziert und lagen in 2025 mit 6,8 Prozent bei Jugendlichen und 25,0 Prozent bei jungen Erwachsenen auf einem historischen Tiefstand.

Die aktuellen Studiendaten zeigen auch, dass der Einstieg in den Alkoholkonsum heute später als noch vor 20 Jahren erfolgt: So hat sich das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol von 14,1 Jahren in 2004 auf 15,1 Jahre im Jahr 2025 erhöht.

Prof. Dr. Hendrik Streeck, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen: „Die Entwicklung geht in die richtige Richtung. Junge Menschen trinken heute seltener, sie beginnen später mit Alkohol, und der regelmäßige Konsum liegt auf einem historischen Tiefstand. Das ist ermutigend. Es wäre aber falsch, daraus Entwarnung abzuleiten. Gerade beim Rauschtrinken sehen wir, dass riskanter Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Männern weiterhin weit verbreitet ist.
Alkohol trifft junge Menschen in einer Lebensphase, in der sich Gehirn und Körper noch entwickeln. Deshalb müssen unsere Regeln zu dem passen, was wir heute über diese Risiken wissen. Die Abschaffung des begleiteten Trinkens ab 14 Jahren ist daher ein längst überfälliger Schritt. Das ist für mich nicht mehr zeitgemäß. Jugendschutz muss dort besonders klar sein, wo gesundheitliche Risiken besonders groß sind.“

Dr. Johannes Nießen, Kommissarischer Leiter des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: „Die Daten zeigen, dass Prävention wirkt – aber nicht alle jungen Menschen gleichermaßen erreicht. Besonders der Rückgang des Rauschtrinkens bei jungen Frauen ist erfreulich. Bei Jugendlichen und jungen Männern bleibt riskanter Alkoholkonsum dagegen weiterhin ein Thema. Deshalb setzen wir früh an: Mit ‚Klar bleiben‘ erreichen wir Schulklassen direkt, über unsere digitalen Angebote informieren wir verständlich über Risiken und unterstützen junge Menschen dabei, gute Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig helfen wir Kommunen mit Vortiv, Alkoholprävention vor Ort wirksam umzusetzen.“

BIÖG-Studie „Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2025“
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, ehemals BZgA) untersucht seit 1973 mit wiederholt durchgeführten Repräsentativbefragungen den Substanzkonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland. Für die Drogenaffinitätsstudie 2025 wurden 7.001 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren im Zeitraum April bis Juli 2025 befragt.

Ein Infoblatt mit ausgewählten Ergebnissen der Drogenaffinitätsstudie zum Alkoholkonsum der 12- bis 25-Jährigen in Deutschland ist im Pressebereich zum Download hinterlegt: www.bioeg.de/presse/daten-und-fakten/suchtpraevention

Der Bericht „Die Drogenaffinität Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland 2025. Teilband Alkohol.“ ist ebenfalls als Download verfügbar: www.bioeg.de/forschung/studien/abgeschlossene-studien/studien-ab-1997/suchtpraevention/

Aufruf zur Teilnahme am „Oktober ohne Alkohol“
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ruft zur Teilnahme am „Oktober ohne Alkohol“ auf: Ziel ist es, den eigenen Alkoholkonsum zu reflektieren, neue Gewohnheiten auszuprobieren und die positiven Effekte einer Alkoholpause – etwa auf Schlaf, Wohlbefinden oder Leistungsfähigkeit – selbst zu erleben. 
Mit praktischen Tipps (als Newsletter oder bei WhatsApp) motiviert und unterstützt das BIÖG dabei, den Verzicht im Alltag erfolgreich umzusetzen: www.kenn-dein-limit.de/oktober

Informationsangebote des BIÖG zur Alkoholprävention
www.kenn-dein-limit.de für Erwachsene und Fachkräfte
www.alkoholfrei-sport-geniessen.de für Sportvereine
www.instagram.com/nullalkoholvollpower/
www.instagram.com/alkohol_kenndeinlimit/
www.tiktok.com/@alkohol_kenndeinlimit
www.youtube.com/alkoholkenndeinlimit
www.facebook.com/alkoholkenndeinlimit
Schulklassenwettbewerb: www.klar-bleiben.de 

Broschüren und Flyer des BIÖG
als Printmedien bestellbar oder zum Download: 
shop.bioeg.de/alle-kategorien/suchtvorbeugung/alkoholpraevention/

Telefonische Beratung zur Suchtvorbeugung:
Unter der Telefonnummer 0221 - 89 20 31. Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr zum Preis entsprechend der Preisliste des Telefonanbieters für Gespräche in das deutsche Festnetz. 
Das BIÖG kooperiert bei vielen Angebote zur Alkoholprävention mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. 

Bestellung der kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unter:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bioeg.de
https://shop.bioeg.de/themen/suchtvorbeugung/
E-Mail:bestellung(at)bioeg.de 

Pressekontakte:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Maarweg 149-161, 50825 Köln
Tel. 0221 8992-332
E-Mail: pressestelle(at)bioeg.de
www.bioeg.de

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Seit dem 13. Februar 2025 ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.

Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen
Friedrichstraße 108, 10117 Berlin
Tel. 030 18441-1445
Fax 030 18441-4960
E-Mail: presse-drogenbeauftragter(at)bmg.bund.de
www.bundesdrogenbeauftragter.de

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit hilft unter anderem bei Spiel- und Tabaksucht. Hier mehr erfahren!

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