Wiederbelebung – Laienreanimation
Jedes Jahr könnten in Deutschland mehr als 10.000 Menschenleben zusätzlich gerettet werden, wenn Augenzeuginnen und Augenzeugen bei einem beobachteten Herz-Kreislauf-Stillstand sofort eine Wiederbelebung, also eine Laienreanimation, durchführen würden. Diese kann die Überlebenschancen verdoppeln bis verdreifachen.
Wiederbelebungskenntnisse sind für alle relevant
Jährlich erleiden schätzungsweise 136.000 Menschen in Deutschland außerhalb eines Krankenhauses einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Daten und Fakten zur Wiederbelebung (Stand: 2025) zeigen: Bei etwa der Hälfte beginnt der Rettungsdienst mit Wiederbelebungsmaßnahmen.
Während fast 16 Prozent der Fälle im öffentlichen Raum auftreten, ereignen sich gut 70 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände in einer häuslichen Umgebung. Bis zu 45 Prozent aller Fälle werden von nahestehenden Personen beobachtet.
Nach nur drei bis fünf Minuten ohne Blutfluss beginnt das Gehirn zu sterben. Daher sind Menschen, die einen Herzstillstand erleiden, auf sofortige Hilfe angewiesen. Doch nur in gut 55 Prozent der Fälle wird eine Wiederbelebung durch Augenzeuginnen und Augenzeugen begonnen. Dabei ist Helfen ist einfach: Jede und jeder kann Leben retten! Im Ernstfall genügen wenige Schritte: „Prüfen! Rufen! Drücken!“
Nationales Aktionsbündnis Wiederbelebung
Im Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist die Geschäftsstelle des Nationalen Aktionsbündnis Wiederbelebung (NAWIB) angesiedelt. Darin kooperiert das BIÖG mit zahlreichen Akteuren, um die Menschen in Deutschland über die Laienreanimation aufzuklären und die Situation in diesem Bereich nachhaltig zu verbessern. Ziel des NAWIB ist es, dass alle Bürgerinnen und Bürger die notwendigen Maßnahmen zur Wiederbelebung – Prüfen! Rufen! Drücken! – kennen und sie im Ernstfall ohne zu zögern anwenden. Das NAWIB steht unter Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Gesundheit.
Durch die Kommunikation evidenzbasierter und niederschwelliger Informationen mit öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen wird die Aufmerksamkeit für das Thema weiter gesteigert. Im engen Austausch mit Bildungsministerien werden Pilotprojekte im Setting und digitale Angebote erarbeitet und erprobt.

Internetangebote
Das BIÖG bietet auf www.wiederbelebung.de umfassende Informationen, praktische Tipps und Materialien – wissenschaftlich geprüft, verständlich erklärt und frei zugänglich. Neben Texten und Grafiken, findet sich dort auch ein Quiz, Materialien zum Download, Kursangebote, sowie eine Übersichtskarte zu Ersthelfendensystemen.
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