Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – Schutz vor Konversionsbehandlungen
Sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten sind vielfältig. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) bietet mit LIEBESLEBEN, einer umfassenden Initiative zur Förderung sexueller Gesundheit, Informationen dazu und leistet insbesondere Aufklärung zum Schutz vor Konversionsbehandlungen.
Mit Konversionsbehandlungen sind „alle am Menschen durchgeführten Behandlungen, die auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind“ gemeint (§ 1 Gesetz zum Schutz vor Konversionsbehandlungen, KonvBehSchG). In Deutschland sind solche Behandlungen in vielen Fällen gesetzlich verboten, unter anderem aufgrund
- ihrer fehlenden Indikation – sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist nicht behandlungsbedürftig
- des fehlenden Nachweises ihrer intendierten Wirkung – sexuelle und geschlechtliche Vielfalt ist nicht behandelbar
- und ihrer schädlichen Effekte – Konversionsbehandlungen schaden auf individueller und gesellschaftlicher Ebene der Gesundheit.
Das Verbot gilt sowohl für Konversionsbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen als auch bei erwachsenen Personen, wenn deren Einwilligung z. B. auf eine Täuschung oder Drohung zurückzuführen ist.
Das BIÖG leistet seine umfassende Aufklärungs- und Präventionsarbeit mit der Initiative LIEBESLEBEN. Eine individuelle und gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Konversionsbehandlungen und den ihnen zugrunde liegenden Haltungen ist notwendig, um auch über das Strafrecht hinaus die Gesundheit queerer Personen zu stärken.
Die Initiative LIEBESLEBEN
Mit der Initiative LIEBESLEBEN bündelt das BIÖG (ehemals Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) unterschiedliche Maßnahmen, die die Förderung der sexuellen Gesundheit in ihren verschiedenen Facetten zum Ziel haben. Dabei geht es entsprechend der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO um das körperliche, aber auch um das mentale, emotionale und soziale Wohlbefinden in Bezug zu Sexualität.
Vor diesem Hintergrund und auf Basis der gesetzlichen Aufgaben informiert und berät LIEBESLEBEN zu den Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sowie zu den Gefahren von Konversionsbehandlungen. Die Angebote reichen von massenmedialen Kanälen über Social Media bis hin zu personalkommunikativen Maßnahmen. Dabei bildet die anonyme und mehrsprachige Telefon- und Onlineberatung von LIEBESLEBEN für Betroffene, Eltern, Angehörige und Fachkräfte ein Kernstück der Initiative.
Die Initiative LIEBESLEBEN dient so auch dazu, die (Selbst-)Akzeptanz von queeren Personen und den Wandel gesellschaftlicher Normen zu unterstützen, um Diskriminierungen abzubauen, Selbstbestimmungsrechte zu stärken und nachhaltig gesundheitsförderliche Effekte zu erzielen.
Infomaterialien zur sexueller und geschlechtlicher Vielfalt

Internetangebote
www.liebesleben.de
Das Portal bietet umfangreiche Informationen zu sexueller Gesundheit, sexueller Vielfalt, zum Schutz vor Konversionsbehandlungen sowie zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Das Portal verfügt zudem über Seitenbereiche in Leichter Sprache, Deutscher Gebärdensprache und verschiedenen Fremdsprachen. Es bietet auch Materialien für Fachkräfte und Presse an.
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